BARF für Hunde Anfänger: Startplan & Einkaufsliste (2026) von Bruno empfohlen:
BARF für Hunde als Anfänger gelingt mit einer Faustregel für die Menge, einer Küchenwaage und einem langsamen Umstieg über ein bis zwei Wochen. Total verständlich, dass du Angst vor Fehlern hast, aber die meisten lassen sich mit einem klaren Plan vermeiden. Ein Rationsrechner ist für den Start nicht nötig.
- Startwert sind 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts pro Tag, bei 20 kg etwa 400 bis 600 g.
- Die Umstellung dauert 7 bis 14 Tage und beginnt mit magerer Pute, ohne Innereien und Knochen.
- Der häufigste Anfängerfehler ist die abrupte Umstellung, danach folgt ein unausgewogenes Verhältnis von Fleisch, Innereien und Knochen.
Wer nicht selbst zusammenstellen will, startet mit fertigen BARF-Menüs vom Barf Shop Reiskirchen und lässt sich regional beraten.
BARF für Hunde als Anfänger: Dein 7-14-Tage-Fahrplan ohne Durchfall
Der Merksatz für die ersten zwei Wochen: zu langsam steigern als zu schnell. Ein Hund, der von
heute auf morgen komplett auf rohes Fleisch wechselt, antwortet gern mit Durchfall oder Erbrechen. Eine Übergangszeit von 10 bis 14 Tagen gibt dem Verdauungstrakt Zeit, sich einzustellen.
- Tag 1 bis 3: Pute oder Pferd pur, mager, ohne Innereien und Knochen, eine Mahlzeit am Tag.
- Tag 4 bis 7: Beide Mahlzeiten sind BARF, morgens Fleisch pur, abends mit püriertem Gemüse und Obst.
- Tag 8 bis 14: Bei festem Kot kommen kleine Mengen Innereien dazu, dann der erste rohe fleischige Knochen.
In Phase 1 bleibt die zweite Mahlzeit das bisherige Futter, nie im selben Napf gemischt, und du hältst dich erst mal am unteren Ende der Faustregel. Bei den Innereien ist Leber zunächst nur ein winziger Teil, den Knochen wählst du in einer Größe, die dein Hund nicht am Stück schluckt. Eine zweite Tierart wie Rind oder Huhn probierst du frühestens ab Woche 3. Ist dein Hund empfindlich, bleib ruhig länger in Phase 1. Das kostet nichts, außer ein paar Tage Geduld.
Wie viel BARF braucht dein Hund pro Tag?
Für erwachsene, gesunde Hunde gilt als Faustregel 2–3 Prozent des Körpergewichts pro Tag. Kleine Hunde brauchen eher mehr (3 bis 4 Prozent), große eher weniger (um 2 Prozent). Das ist ein Startwert, kein Endergebnis. Feinjustiert wird über mehrere Wochen anhand des Gewichtsverlaufs.
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Körpergewicht |
Tagesmenge gesamt (2 bis 3 Prozent) |
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5 kg |
100 bis 150 g |
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10 kg |
200 bis 300 g |
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20 kg |
400 bis 600 g |
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30 kg |
600 bis 900 g |
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40 kg |
800 bis 1.200 g |
Die Tabelle gilt für erwachsene Hunde. Aufgeteilt wird die Tagesration so: 80 Prozent tierisch, 20 Prozent pflanzlich (etwa drei Viertel Gemüse, ein Viertel Obst). Im tierischen Teil liegen etwa 50 Prozent Muskelfleisch, 15 bis 20 Prozent Pansen oder Blättermagen, 15 Prozent rohe fleischige Knochen und 8 bis 15 Prozent Innereien, wovon etwa die Hälfte Leber ist.
Ein Rechenbeispiel für 500 g Tagesration bei einem 20-kg-Hund mit 2,5 Prozent: 200 g Muskelfleisch, 60 g Innereien (davon 18 g Leber), 60 g rohe fleischige Knochen, der Rest Gemüse und Obst.
Kurz erklärt: Rohe fleischige Knochen (kurz RFK) sind weiche Knochen mit Fleisch dran, etwa Geflügelhälse. Weil das Fleisch mitwiegt, liegt ihre Portion höher als die reine Knochenmenge.
Soll dein Hund abnehmen, geh Richtung 2 Prozent, bei Senioren und weniger aktiven Hunden ist das ohnehin der Normalwert. Soll er zunehmen, steigerst du in kleinen Schritten, aber nicht einfach mit mehr Fleisch: Zu viel Eiweiß über lange Zeit belastet den Stoffwechsel. Kalzium kommt über rohe Knochen oder eine Kalzium-Alternative, dazu unten mehr.
Die Einkaufsliste für Woche 1 und Woche 2
Hier die Zwei-Wochen-Mengen bei 2,5 Prozent Tagesration, gestaffelt nach Hundegröße. Weil Woche 1 fast nur aus Muskelfleisch besteht, kaufst du davon eher etwas mehr und dafür weniger Innereien. Die verpackten Innereien und Knochen wandern ohnehin erst in Woche 2 in den Napf und bleiben bis dahin im Gefrierfach.
- Kleiner Hund (um 10 kg, rund 3,5 kg gesamt): 1,4 kg Muskelfleisch, 550 g Pansen oder Blättermagen, 400 g Innereien (davon ca. 100 g Leber), 400 g rohe fleischige Knochen, 700 g Gemüse und Obst.
- Mittlerer Hund (um 20 kg, rund 7 kg gesamt): 2,8 kg Muskelfleisch, 1,1 kg Pansen oder Blättermagen, 850 g Innereien (davon ca. 250 g Leber), 850 g rohe fleischige Knochen, 1,4 kg Gemüse und Obst.
- Großer Hund (um 30 kg, rund 10,5 kg gesamt): 4,2 kg Muskelfleisch, 1,6 kg Pansen oder Blättermagen, 1,3 kg Innereien (davon ca. 400 g Leber), 1,3 kg rohe fleischige Knochen, 2,1 kg Gemüse und Obst.
Dazu kommt eine kleine Flasche Öl als Omega-3-Quelle, zum Beispiel Lachs- oder Leinöl. Ohne solche Quellen und ohne Jod und Vitamin E gerät die Ration schnell aus dem Gleichgewicht. Alles andere, etwa Pulver und Mischungen, kannst du dir anfangs sparen, bis die Basis läuft.
Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Obst und Gemüse bekommst du im Barf Shop Reiskirchen, der Online-Shop hat über 240 Produkte im Sortiment. Wer in der Nähe wohnt, kann auch abholen.
Die 5 größten Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Die Fleischbeschaffung ist selten das Problem, die Nährstoffbilanz schon: Laut einer Auswertung der LMU München waren 60 Prozent der geprüften selbst zusammengestellten BARF-Rationen mindestens einmal unausgewogen. Diese fünf Stolpersteine kommen am häufigsten vor.
- Zu schnelle Umstellung: Der Magen meckert mit Durchfall oder Erbrechen. Geh eine Stufe zurück und bleib bei Pute pur, bis der Kot wieder fest ist.
- Zu viel Leber: Sie steckt voller Vitamin A, eine Überdosierung ist möglich. Begrenze Leber auf rund 5 Prozent der Gesamtration (bei 10 Prozent Innereien insgesamt) und verteile sie über die Woche.
- Falsche Knochen: Gekochte oder gegarte Knochen können splittern und gehören nie in den Napf. Nur roh und fleischig.
- Falscher Fettgehalt: Ideal sind 15 bis 25 Prozent Fett. Mische magere und fettere Sorten, statt bei einem dünnen Hund einfach unbegrenzt Fleisch nachzulegen.
- Ungleichgewicht: Nur Muskelfleisch bedeutet zu wenig Kalzium, Vitamin A und Spurenelemente. Halte dich an die Aufteilung oben und wechsle zwischen zwei bis drei Tierarten.
Sichere Knochen vs. Risiko-Knochen
Sicher sind rohe, weiche, fleischige Knochen, etwa Hälse und Flügel vom Geflügel, in einer Größe, die dein Hund nicht am Stück verschluckt. Als Richtwert gilt etwa 1 g roher Knochen pro kg Körpergewicht und Tag. Du musst das nicht täglich exakt treffen, mehrere Knochenmahlzeiten pro Woche reichen.
Riskant sind alle gegarten Knochen und sehr harte Röhrenknochen, an denen sich Zähne abbrechen können (Erfahrungswert). Wenn dir Knochen zu heikel sind, nimm Eierschalenpulver oder Knochenmehl als Kalzium-Alternative, nach Packungsangabe dosiert.
Auftauen, Kühlen, Portionieren: So bleibt BARF sicher
Tiefgefrorenes BARF lagerst du bei etwa -18 °C und taust es im Kühlschrank auf, nicht bei Raumtemperatur und nicht in der Mikrowelle. Daraus lässt sich eine einfache Routine bauen:
- Auftauen im Kühlschrank: Abends die Portion für morgen vom Gefrierfach legen, ein 500-g-Block braucht meist eine Nacht.
- Lagerung aufgetaut: BARF hält im Kühlschrank etwa 24–48 Stunden, locker abgedeckt.
- Portionieren und wieder einfrieren: Große Pakete nur leicht antauen, portionieren und sofort zurück ins Gefrierfach. Vollständig aufgetautes Fleisch bleibt draußen.
Bei sehr kleinen Hunden und Mini-Mengen nervt das Abwiegen schnell.
Praxistipp: Für Mini-Mengen wie Öl oder Innereien, oder für sehr kleine Hunde, nimm eine Eiswürfelform. So friert jede Portion einzeln ein und du brichst nur raus, was gebraucht wird.
Verträgt dein Hund die Umstellung gut? Warnzeichen erkennen
Drei Dinge verraten dir schnell, ob es passt:
- Kot: Fest und geformt ist gut. Mit Knochenanteil darf er heller und bröckeliger werden. Breiig oder wässrig heißt: Du warst zu schnell.
- Fell: Glanz und weniger Schuppen zeigen sich meist erst nach einigen Wochen, ein Zwischenzeugnis in den ersten Tagen ist also nicht nötig.
- Verhalten: Ein Hund, der gierig frisst, munter bleibt und normal spielt, hat es meist gut angenommen. Schlappheit ist ein Warnzeichen.
Bei Durchfall gehst du sofort eine Stufe zurück: ein, zwei Tage nur Pute pur in kleinerer Menge, Innereien und Knochen raus. Bei Verstopfung senkst du den Knochenanteil und gibst mehr Gemüse. Hält der Durchfall länger als zwei Tage an, erbricht dein Hund, wirkt schlapp oder du siehst Blut im Kot, geh zum Tierarzt.
Ein Fütterungstagebuch hilft dabei, ein Zettel am Kühlschrank oder eine Notiz-App reicht: Datum, Menge, Sorte, Kot. In Woche 1 und 2 erkennst du so Muster, die du im Kopf längst vergessen hast.
Wenn dir das zu viel wird: Fertige BARF-Menüs und Beratung vor Ort
Selbst zusammenstellen ist nicht für jeden etwas, und das ist völlig okay. Ein fertig abgemischtes Komplettmenü nimmt dir die Rechnerei ab und schließt Zusammensetzungsfehler in Woche 1 aus. Der Barf Shop Reiskirchen von Wolfgang Bühler führt fertige BARF-Menüs für Hunde, daneben Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Obst und Gemüse sowie Kauartikel. Du kannst mit den Menüs starten und später auf Einzelkomponenten umsteigen.
Der Shop sitzt in Hüttenberg bei Gießen. Im Raum Gießen, Wetzlar und Hüttenberg holst du deinen Start-Warenkorb ab oder lässt ihn liefern, sonst kommt er per Paketversand. Für eine individuelle Empfehlung nennst du Gewicht, Alter und Aktivität deines Hundes, dann lässt sich der Warenkorb darauf abstimmen.
Der erste Monat entscheidet: So bleibst du dran
Die größte Hürde wartet in Woche 3 und 4, wenn die Aufregung weg ist und Alltag, Auftauen und Nachbestellen einspielen müssen. Genau dann geht der Vorrat leer, und es wird improvisiert. Schreib deshalb die Einkaufsliste für Woche 3, mit zweiter Tierart und festen Mengen. Oder vereinbare einen festen Liefer- oder Abholrhythmus mit dem Barf Shop Reiskirchen, damit die Versorgung nicht ins Stocken gerät.
Häufige Fragen zum BARF-Start
Kann ich während der Umstellung noch Trockenfutter dazumischen?
Nein, besser nicht. Trockenfutter und rohes Fleisch haben unterschiedliche Verdauungszeiten, das kann zu Gärungen führen. Plane die Umstellung lieber so, dass jede Mahlzeit entweder das alte Futter oder BARF ist.
Woran merke ich, ob die Tagesmenge für meinen Hund stimmt?
Dein Hund hält über mehrere Wochen sein Gewicht und hat festen Kot, dann passt die Menge. Wiege ihn etwa einmal pro Woche. Nimmt er ab oder zu, änderst du die Tagesmenge in kleinen Schritten und notierst das im Fütterungstagebuch.
Was mache ich, wenn mein Hund bestimmtes rohes Fleisch komplett verweigert?
Biete eine andere Tierart an, etwa Pferd statt Pute, oder mische etwas Gemüse unter. Nimm den Napf nach der Mahlzeit weg, denn Fleisch, das länger bei Raumtemperatur steht, verdirbt schneller.
Muss ich von Anfang an alle Fleischsorten durchprobieren oder reicht eine Sorte am Start?
Eine Sorte reicht am Start, am besten Pute oder Pferd. Erweitere ab Woche 3 auf zwei bis drei Tierarten, das sorgt für Abwechslung und gleicht die Ration besser aus.
Wie schnell sollte sich die Kotbeschaffenheit nach der Umstellung normalisieren?
Meist innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen, oft schon in den ersten Tagen. Bleibt der Kot danach breiig, bist du vermutlich zu schnell gestiegen oder hast zu viel Innereien und Leber gegeben.
Brauche ich für BARF zwingend einen Rationsrechner oder reicht die Faustregel dauerhaft?
Nein, für den Start reicht die Faustregel. Auf Dauer gleichst du anhand von Gewichtsverlauf und Kot nach. Weil viele selbst gemischte Rationen unausgewogen sind, helfen Rechner, Fertigmenüs oder Beratung.




